Indien

Valayanchirangara Balagram

 

Das Westfälische Kinderdorf in Indien „Valayanchirangara Balagram“ kann seit September 2017 aufgrund gesetzlicher Bestimmungen in Indien nicht mehr vom Internationalen Verband Westfälischer Kindedörfer e.V. unterstützt werden. Das Projekt wird nun ausschließlich von der syrisch-orthodoxen Kirche betrieben und finanziert. Die Paten und Förderer wurden rechtzeitig über die Veränderungen informiert. Die Fortführung von Ausbildungen, die die Kinder begonnen haben, ist gesichert. 

Es gibt Veränderungen, die wir nicht beeinflussen können. Dazu gehört die Implementierung des JJ-Act (Juvenile Justice), der im Jahr 2000 für ganz Indien festgeschrieben wurde, von vielen Staaten des Subkontinents inzwischen befolgt wird und seit dem Sommer 2016 vom High Court, dem Obersten Gericht Keralas, auch für diesen Staat entschieden worden ist.

Die mit den Veränderungen verbundenen Auflagen (personell wie finanziell) für eine weitere Registrierung des von der syrisch-orthodoxen Kirche geleiteten und vom IVWK, einer ausländischen NRO (Nichtregierungsorganisation), finanziell unterstützten Balagram (Kinderdorf) sind mit den gegebenen Möglichkeiten nicht mehr erfüllbar.

Zum Ende des Monats August 2017 ist die FCRA (Foreign Contribution) Registrierung abgelaufen und somit auch das Euro-Konto. Es können vom IVWK keine weiteren Swift-Überweisungen mehr für das Balagram getätigt werden.

Da das Balagram auf einer Stiftung basiert, wird es auf keinen Fall aufgelöst werden, sondern weiterhin als gemeinnützige Einrichtung für Kinder in Not tätig sein.

Die Situation in Indien hatte es in den letzten Jahren bereits notwendig gemacht, nicht nur Waisen sondern auch Sozialwaisen, Kinder von sehr bedürftigen Familien oder Alleinerziehenden, aufzunehmen, um ihnen die Chance auf Schulbildung zu ermöglichen.

Die im Balagram wohnenden Kinder besuchten die Schulen im Nachbarort und erhielten nach dem Schulabschluss eine ihren Fähigkeiten entsprechende Ausbildung. Nun können die zu betreuenden Kinder nicht mehr dauerhaft im Balagram zusammenleben, aber Hilfe kommt ihnen noch zuteil.

Geplant sind finanzielle Unterstützungen beim Schulstart und im laufenden Schuljahr, Förderunterricht sowie spezielle Seminare für Kinder und Jugendliche. Auch eine Tagesschule für körperlich sowie geistig behinderte und psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche ist im Gespräch. Die im Balagram vorhandenen Gebäude bieten hierfür eine gute Voraussetzung und ermöglichen eine zügige Realisierung.

Die Kinderdorfleitung hat die engeren oder weiteren Familien der Kinderdorfkinder aufgesucht, beraten und bietet, je nach Bedürftigkeit, weiterhin Hilfestellung an. So konnten die Kinderdorfkinder wieder in ihre Familien zurückgeführt werden, bis auf Ajith, dessen Eltern ihn auf Grund ihrer großen Armut nicht wieder aufnehmen können. Ajith wohnt weiterhin im Balagram und arbeitet auch dort.

Die in der Krankenschwestern-Ausbildung befindlichen Mädchen werden diese auf jeden Fall auch beenden. Der IVWK hat das zweckgebundene Geld aus dem Bildungsfonds rechtzeitig überwiesen.

 

Erste Erfolgsmeldungen haben wir bereits vom Nationalen Träger in Kerala bekommen:

Vineetha, die die Beste in ihrem Kurs war, hat im 2. Halbjahr 2017 die Abschlussprüfung als Krankenschwester sehr erfolgreich abgelegt. Sie hat nun eine gut bezahlte Stelle in einem Krankenhaus in Tamil Nadu, das jedoch nicht in Kerala liegt, sondern in einem angrenzenden Bundesland.

 

 

Athira hat ihr drittes Jahr am Nursing College mit großem Erfolg geschafft und wird mit ihrer Doppelausbildung zur Krankenschwester und Hebamme voraussichtlich Ende 2018 fertig. Zurzeit befindet sie sich in einem sechsmonatigen Praktikum bis Ende März. Nach den Abschlussprüfungen möchte sie sich um eine Stelle an ihrem Lehrkrankenhaus bewerben, strebt aber auch noch eine weitere Fortbildung an.

 

Meenu ist nun im zweiten Jahr ihrer Ausbildung am Nursing College und wird ihren Abschluss im Jahr 2019 machen. Auch Meenu ist sehr leistungsstark und möchte sich im Anschluss noch weiterbilden. Ihre Eltern, die früher im Balagram gearbeitet haben, sind sehr dankbar, dass für ihre Ausbildung finanziell gesorgt ist.

 

Wir danken, auch im Namen der Trust Board Members des Balagram, allen Paten und Förderern sehr herzlich für die langjährige Unterstützung und freuen uns über die Entscheidung vieler Paten, uns weiter finanzielle Hilfe zukommen zu lassen bei der Versorgung und Bildung unserer Kinderdorfkinder in Ghana und Peru.  


 

Gute Nachrichten

Der Leitung und den Mitgliedern des Trust Board im Balagramam liegt die Zukunft der betreuten Kinder sehr am Herzen und sie geben ihnen auf dem Weg der Selbsthilfe durch Bildung die erforderliche Unterstützung.

Die Erfolge der größeren Jugendlichen, die die gute pädagogische Arbeit des Nationalen Trägers widerspiegeln, sind motivierend für die jüngeren Kinder und wir freuen uns über die gute Entwicklung.

 

Benjamin B. hat seinen Studiengang mit dem Bachelor of Business Administration (BBA) an der Mahatma Gandhi University of Kerala nach der Regelstudienzeit von 3 Jahren erfolgreich abgeschlossen und besonders erfreulich ist, dass er kurz danach bereits eine Stelle als Marketingmitarbeiter in einer Textilfabrik gefunden hat.

 

Priyamol hat die 12. Klasse erfolgreich abgeschlossen. Ihr Wunsch ist eine Ausbildung zur Laborassistentin. Da sich das Ausbildungsinstitut in der Nähe ihrer Familie befindet, wohnt sie nun auch nicht mehr im Kinderdorf, sondern lebt jetzt wieder bei ihrer Mutter.

 

Ajith hat die 10. Klasse abgesschlossen. Da er eher praktisch veranlagt ist, möchte er keine weiterführende Schule besuchen, sondern lieber aktiv tätig sein. Er betreut, zusammen mit dem angestellten Kuhwart, die Kuhherde im Balagram und sorgt so auch für den Erfolg der Milchwirtschaft.

 

Sheeja hat am 28.11.2016 geheiratet und somit das Balagramam verlassen. Wir wünschen Sheeja für ihre Zukunft alles Gute. (Winter-Rundschreiben 2016)

 

 

Jaya P. ist ebenfalls entlassen. Sie wechselte nach ihrem erfolgreichen Anerkennungsjahr, das sie im Anschluss an die Krankenschwesternausbildung in ihrem Ausbildungskrankenhaus gemacht hatte, den Arbeitsplatz und ging zum „Gokulam Medical College, Trivandum“, weil das Stellenangebot attraktiver war und sie dort auch bessere Fortbildungsmöglichkeiten sah.

Im Rahmen der offiziellen Entlassungsfeier, bei der auch die Vorsitzende des Verbandes zugegen war, hielt Jaya eine kleine Ansprache und berichtete den anwesenden Kinderdorfkindern von ihrem Werdegang als auch von ihrer großen Verbundenheit mit dem Balagram, dem Internationalen Verband Westfälischer Kinderdörfer und ihren Paten. Dankbar für die vielen Jahre familiärer Geborgenheit verteilte sie zum Abschied Süßigkeiten an die Kinder. (Winter-Rundschreiben 2011)

 

30-jähriges Jubiläum

Im Februar 2015 flog die Vorstandsvorsitzende, Frau Christel Zumdieck, wie immer auf eigene Kosten, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Balagramam nach Kerala, um dieses Ereignis mit der Gemeinschaft zu feiern. Höhepunkt war eine von den Kinderdorfkindern vorbereitete Show von Tänzen mit farbenprächtigen Kleidern gewesen, die ganz im Zeichen der Tradition stand. Ausdrucksstark interpretierten die Mädchen und Jungen ihre Tänze, die die Religion und Spiritualität des kulturellen Lebens in Indien widerspiegeln, und erhielten dafür viel Applaus. (Sommer-Rundschreiben 2015)

 

Freiwilligeneinsatz

Christina, die zwei Jahre zuvor Freiwilligendienst in Ghana geleistet hatte, war im Februar im Balagramam und konnte somit auch an der Jubiläumsfeier teilnehmen. Sie unterstützte die Kinder bei den Hausaufgaben und bei den Vorbereitungen auf ihre Prüfungen, begleitete sie zur Schule begleitet, mit ihnen gemalt, Briefe geschrieben und gespielt. (Sommer-Rundschreiben 2015)

 

Reinigungsaktion

Cleaning the Public Coads” ist eine Solidaritätsaktion, die die Kinderdorfgemeinschaft im Rahmen der örtlichen Selbstverwaltung eingeführt hat. Alle Kinderdorfkinder und ihre Pflegeeltern, sogar von den Nachbarn unterstützt, haben emsig mitgemacht. “We have shown a new path to public by sharing our responsibilities as a citizen of our India.

 

Sanierung von “Kripa Bhawan”

Dank besonderer Spenden konnte mit der Sanierung des auf Grund der heftigen Regenzeiten in Kerala reparaturbedürftig gewordenen Familienhauses “Kripa Bhawan” (Haus der Gnade) begonnen werden. Da die Undichtigkeiten im Dach zu großer Feuchtigkeit im Mauerwerk geführt hatten, und ein Flachdach prinzipiell anfällig für Risse bleibt, entschied der Trust Board sich für die Konstruktion eines soliden Metalldaches, das dem Haus aufgesetzt wurde. Für die Kinderdorfgemeinschaft steht hierdurch ein zusätzlicher Raum zur Verfügung, der zum Trocknen der Wäsche in der Regenzeit genutzt werden kann.

Nach der Abtrocknung der Wände erfolgten in einem zweiten Schritt notwendige Innensanierungen. Die Mulka-Stiftung ließ dem Verband erneut eine Zuwendung zukommen. So konnten auch die Küche und der Speisesaal, die sich im Untergeschoss des Familienhauses befinden, renoviert werden. Wir freuen uns über die hilfreiche zweckgebundene Unterstützung und danken herzlich.

 

Milchwirtschaft – Qualitätssiegel für Selbstversorgungsprojekt

Dreißig Tiere – Milchkühe, tragende Kühe und Kälber – gehörten im Jahr 2012 zum Bestand der “Dairy Farm”, sowie 2,5 Acres Land für die Kultivierung von Gras zur Fütterung. Auf Grund einer Virusinfektion war die Milchmenge vorübergehend reduziert, aber inzwischen kann neben der Selbstversorgung wieder eine Zusatzeinnahme durch den Verkauf von Milch und Dung erzielt werden.

Ein Gremium von Repräsentanten der Regierung hat die “Dairy Farm” des Balagram besichtigt, als Vorzeige-Projekt im Vergleich zu anderen Projekten in der Region deklariert und angeregt, diese zu vergrößern. Die in 2008/2009 umgesetzte Erweiterung der Milchwirtschaft kann somit als erfolgreiche Investition angesehen werden und wir unterstützen den weiteren Ausbau. Die Kinder freuen sich über die tägliche Milch, und durch den Verkauf von Milch und Dung ergibt sich eine Zusatzeinnahme – ein Doppeleffekt. Mittelfristig soll der Gewinn aus dem Verkauf noch erhöht werden, um die Selbsthilfe zu steigern. (Winter-Rundschreiben 2012) 

 

Plantagen

Von den Kautschukbäumen beim Kinderdorf und nahe der Kuhfarm kann kaum noch Latex gewonnen, denn der Bestand ist bereits recht alt. Erfreulich ist daher, dass die in 2005 neu angepflanzten Kautschukbäume in absehbarer Zeit (2014) erste Erträge bringen können. Durch die Bananenstauden, die zwischen die jungen Kautschukpflanzen gesetzt worden waren, konnte eine Menge an Früchten geerntet werden, so dass ein Teil der Ernte an Großhändler verkauft werden konnte. Im Gegenzug konnten dort Lebensmittel für das Kinderdorf gekauft werden.