Aktuelles aus Peru

Wasser-Projekt als “Rotary Global Grant”

Ein besonderes Highlight im Westfalia Kinderdorf ist Anfang März 2017 im Rahmen des Besuches der Vorsitzenden des IVWK, Christel Zumdieck, und rotarischer Freunde aus Deutschland sowie Peru die Fertigstellung des neuen Trinkwasser- und Bewässerungssystems mit einer solarbetriebenen Pumpenanlage gewesen. Diese umfangreiche Anlage war aufgrund der Unsicherheit des alten Systems dringend erforderlich. Das Projekt ist als “Global Grant” vom RC Paderborn-Kaiserpfalz initiiert und mit Unterstützung der Rotary Clubs Darmstadt-Kranichstein und Miraflores-Lima sowie deren Distrikten und Rotary International in den USA mit über 100.000 US-$ finanziert worden. Federführend hatte Prof. Dr. Most, der Vorsitzende der Unterstützungseinrichtung des RC Kaiserpfalz, das Antragsverfahren durchgeführt.

Vor Ort hat Randy Nelson, ein amerikanischer Ingenieur, der mit seiner Familie in Limas Ortsteil Cieneguilla wohnt und sich mit seiner Frau Yuko intensiv um das Kinderdorf kümmert, das große Projekt arbeitstechnisch sowie finanziell voll im Plan realisert. Hierbei haben ihn zahlreiche Helfer ehrenamtlich während der zwölf Monate unterstützt. Das Projekt umfasste die Installation von zwei Leitungssystemen (ein Leitungssystem, um das Brunnenwasser direkt in die Familienhäuser zu bringen und ein Leitungssystem, um das Flusswasser den Feldern und damit den Agrarprojekten zuzuführen), einem riesigen Wassertank am Berg, einer solarbetriebenen Pumpen nahe dem Brunnenhaus und einer Filteranlage. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist nun für die über 100 Bewohner des Kinderdorfes sicher gestellt. Dieses Wasser-Projekt ist ein “Leuchtturm-Projekt” und findet in Peru aufgrund seiner Nachhaltigkeit großes Interesse, da es für viele ländliche Regionen als Muster dienen kann, mit Sonnenenergie Brunnenwasser zu fördern. (Sommer-Rundschreiben 2017)

    

 

  

 

Heftige Regenfälle in Peru – Kinderdorf hat die Isolation gedroht

Stark anhaltende Regenfälle in den Andenregionen Perus haben im März 2017 Schlammlawinen und Überschwemmungen ausgelöst. Über die Ufer tretende Flüsse und Erdrutsche haben großen Teilen des Landes schwer zu schaffen gemacht. Häuser sind beschädigt oder sogar zerstört worden und einige Brücken sind eingestürzt. Selbst in der Hauptstadt Lima, in der es auf Grund des Wüstenklimas für gewöhnlich kaum zu Regenfällen kommt, hat die Polizei auf Grund überfluteter Straßen mittels Hochseilen hunderte Bewohner aus ihren Häusern befreien müssen.

Das Aldea Infantil Westfalia Kinderdorf befindet sich in Cieneguilla, einem Stadtteil von Lima, der circa 40 km außerhalb des Zentrums am Fuße der Anden liegt. Es bietet derzeit etwa 120 verwaisten, misshandelten und verlassenen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in familiären Strukturen aufzuwachsen und eine schulische sowie berufliche Ausbildung zu bekommen.

Das Westfalia Kinderdorf liegt an dem Fluss Lurin. In der Regel gibt es zwei Zugangsmöglichkeiten. Die Fahrstrecke für PKWs entlang des Flusses ist überflutet worden und Teile vom Damm, die abgebrochen sind, müssen wieder aufgeschüttet werden. Daher ist diese Strecke kaum befahrbar. Eine Fußgängerbrücke über den Fluss Lurin ist der zweite Zugang und während der Überflutung ist sie der einzig mögliche Zugang gewesen. Die Stützpfeiler dieser Brücke sind beschädigt worden und die Brücke ist dadurch abgesunken, aber durch die Anwohner wird sie noch genutzt. Die Gefahr besteht, dass durch weitere Wassermassen die Brücke weggerissen wird und einstürzt.

Um einer kompletten Isolation des Kinderdorfes vorzubeugen, sind Getränke und Lebensmittel gebunkert worden. Die Trinkwasser- und Lebensmittelpreise sind während der Hochwasserkatastrophe teilweise um das Dreifache erhöht worden.

Wir danken allen Spendern, die spontan auf unseren Aufruf hin finanzielle Unterstützung gegeben haben. Leider konnten noch nicht alle Schäden beseitigt werden und es werden auch weiterhin noch Spenden für die nachfolgenden Reparaturarbeiten, besonders an der aus der Statik geratenen Fußgängerbrücke, benötigt – Stichwort: “Westfalia Kinderdorf Peru – Hochwasserkatastrophe

Kontoinhaber: Internationaler Verband Westfälischer Kinderdörfer e. V.

Sparkasse Paderborn-Detmold

BLZ 476 501 30 – Konto 62299

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VerbundVolksbank OWL

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Eine traurige Nachricht aus dem Westfalia Kinderdorf

Ana Ruth, die 2002 als vierjähriges Mädchen ins Aldea Infantil Westfalia Kinderdorf aufgenommen wurde und dort aufgewachsen ist, ist am 15. März 2017 im Alter von 18 Jahren verstorben. Ihre Leukämieerkrankung ist erst ca. drei Wochen vor ihrem Tod erkannt worden und die Therapie kam zu spät. Ana Ruth hat sich in der Gemeinschaft sehr engagiert und besonders den Jüngeren sehr viel Liebe gegeben. Wir trauern mit der Kinderdorfgemeinschaft ob dieses Verlustes. (Sommer-Rundschreiben 2017)

 

Jahrestag der Dorfgemeinschaft

Jährlich wird Ende November der Gründungstag des Kinderdorfes gefeiert. Der Jahrestag und damit der Geburtstag des Westfalia Kinderdorfes ist das Fest des Jahres für alle Kinderdorfbewohner. Neben den rotarischen Freunden sind unter den geladenen Gästen auch immer “Ehemalige”, einige davon bereits mit Partner oder Partnerin und sogar mit ersten Kindern. Auf diesen größten Tag des Jahres bereitet sich die Kinderdorfgemeinschaft lange vor. Für die Gäste wird ein ansprechender Adventsbasar vorbereitet, Tänze werden einstudiert und der Chor als auch die Instrumentalgruppen üben fleißig für ihren Auftritt.

 

Ausbildung ist die beste Selbsthilfe

Gemäß dieser Erkenntnis hat der amerikanische Staat dem peruanischen Erziehungsministerium finanzielle Hilfe im Rahmen eines Förderungsprogramms (Beca 18 Albergues) für Kinderheime und Kinderdörfer zur Verfügung gestellt. Frau Schrader-Woyke hatte sich unverzüglich um Stipendien für ihre Kinderdorfkinder und die mittellosen Jugendlichen bemüht, die im Vorausbildungsprogramm des Instituto im Kinderdorf gefördert worden waren. Von 36 Anträgen wurden beim ersten Verfahren 30 bewilligt – 10 Kinderdorfkinder und 20 mittellose Jugendliche, die bisher durch den Rotary-Club Paderborn-Kaiserpfalz finanziell unterstützt worden waren.

Von den ersten Kinderdorfkindern, die vom Erziehungsministerium ein Stipendium zur Fortbildung und zum Aufbau ihrer bisherigen Abschlüsse erhalten hatten, sind die ersten drei Mädchen im August fertig geworden.

Roxana Centeno, Yosselin Pillaca und Mayra Vidal haben ihre “Graduacion Chio Lecca” und können nun als Modedesignerin Kleidung gestalten.

Und es gibt weitere Erfolge. Auch die Jugendlichen im integrativen Kleinstunternehmen “Iskay Kori” haben bei einem Wettstreit viel Erfolg gehabt und werden zur Belohnung nun für ein weiteres Jahr von der peruanischen NRO “Pan Soy” finanziell begleitet.

 

Es schafften den Abschluss zum Beispiel auch Florinda und Edixa, die nun zusammen in einem kleinen Zimmer im Norden von Lima wohnen, wenige Minuten von ihrem Arbeitsplatz entfernt. Florinda arbeitet als ausgebildete Krankenschwester in einem Militärhospital. Edixa hat nach ihrer Ausbildung in der Gastronomie eine Arbeitsstelle in einem Bistro-Café angetreten.

Dem langjährigen Einsatz der Kinderdorfleitung, ihrem Team und der Treue der Paten ist es zu verdanken, dass die Herangewachsenen den Sprung schaffen. Wir wissen das zu schätzen und freuen uns, dass die nachwachsenden Kinder immer mehr Vorbilder zum Nacheifern bekommen.

 

    

Foto links: Tia Emma Laden     –     Mitte: Junge Künstler     –     rechts: Traditioneller Tanz der Kleinsten

In den letzten Monaten hat sich der Kreis der Dorfbewohner wieder erweitert, denn über das Frauenministerium sind mehrere Kinder in Not gebracht worden. Darunter ist auch ein Baby, das, wie Macarena im letzten Jahr, im Müll gefunden worden und nur wenige Tage alt gewesen ist. Für unseren Verband bedeutet ein solches Ereignis, schnellstmöglich Unterstützer zu finden.

 

Bei jedem Besuch der Vorstandsvorsitzenden im Westfalia Kinderdorf, den sie auch zum Anlass nimmt, zusammen mit Frau Schrader-Woyke wichtige Fragen in verschiedenen Institutionen in Lima zu klären, erfährt sie von der Kinderdorfleiterin, welche Kinder neu hinzugekommen sind, wer das Kinderdorf auf Grund der Entscheidung des Frauenministeriums wieder verlassen musste und welche herangewachsenen Kinderdorfkinder offiziell entlassen werden können mit der Perspektive auf ein besseres Leben.

 

Ein behindertengerechter Kleinbus für die Kinderdorfgemeinschaft

Zur großen Freude der Kinderdorfleiterin und der Westfalia-Dorfgemeinschaft ist von der Friedrich-Wolter-Stiftung ein behindertengerechter Kleinbus finanziert worden. Mit diesem können nun die Kinder, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, auch mitfahren und die Sonderfahrten mit einem entsprechenden Taxi können gespart werden. (Sommer-Rundschreiben 2016)

 

Endlich ein Kinderdorf-eigener Sportplatz

Dank eines Matching Grant von Rotary International, dem RC Palma Junipero Serra auf Mallorca und dem RC Miraflores (Frau Schrader-Woyke ist Mitglied) konnte in den letzten beiden Monaten ein kleines Betonfeld gegossen und der Mini-Sportplatz angelegt werden. Die Kinderdorfkinder sind überglücklich, dass sie nun in ihrem Dorf eine richtige Sportstätte für sich selbst und auch für Gastmannschaften haben.

Auflage des Erziehungs/Frauenministeriums war im Zusammenhang mit der Genehmigung dieser Baumaßnahme, dass Toilettenräume (Behinderten- und Gästetoiletten) und Rampen für Behinderte vor allen Gebäuden des Kinderdorfes angelegt werden. Wir danken dem RC Paderborn-Kaiserpfalz und unseren Spendern für die Finanzierung. (Sommer-Rundschreiben 2013)

 

 

Ehemaliges Kinderdorf-Kind bildet sich in Deutschland weiter

Leonardo, der im Kinderdorf das Backen gelernt und bei SENATI, einer staatlich anerkannten Organisation für Lehrlingsausbildung in Peru, die Lehrabschluss-Prüfung bestanden hatte, war nach Deutschland gekommen um die hiesige Lehre im dualen System zu absolvieren. Vor Beginn der Ausbildungszeit hatte er täglich über drei Monate eine Sprachenschule in Paderborn besucht, um Deutsch zu lernen.

Nachdem er seine Ausbildung zum Bäcker bei Goeken Backen in Bad Driburg am 25. Januar 2016 erfolgreich mit der Gesellenprüfung abgeschlossen hatte, war er Ende Januar nach Peru zurückgekehrt.

Als „Bäcker-Lehrer“ hat er sein Wissen im Kinderdorf weitergegeben und auch die Rezepte für die Backwaren, die vor Ort für die Dorfgemeinschaft hergestellt werden, verbessert. Er hat Kinderdorfkinder und Jugendliche aus der Umgebung in Bäckerei-Einführungskursen unterrichtet, die jungen Menschen in der inklusiven Micro-Empresa “Iskay Kori” betreut und sie bei der Herstellung ihrer Produkte beraten.

Seit Oktober 2017 ist er wieder in Bad Driburg in der Großbäckerei Goeken. Sein Ziel ist es, auch noch die Meisterprüfung in seinem Beruf abzulegen und wir wünschen ihm dazu viel Erfolg.

Wir danken der Familie Goeken, die bei der Einweihungsfeier der neuen Back-Galerie um Spenden für das Ausbildungsprojekt gebeten hatte. Wir danken den Gastfamilien, in denen Leonardo am Anfang seiner Ausbildungszeit untergebracht gewesen ist und die sich fürsorglich um ihn gekümmert haben.

 

Inocencio Diplom in Chemie abgeschlossen

Über die Nachricht von Inocencio, einem “Ehemaligen”, der in der Landwirtschaft gelernt hatte, freut sich die Kinderdorfleiterin besonders. Er hat sich nach der Entlassung aus dem Kinderdorf noch weitergebildet, mittels Nachtarbeit sein Studium der Chemie finanziert, und vor kurzem sein Diplom erhalten. Herzlichen Glückwunsch!

 

 

 

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